Ludger Hagedorn LS 1/1 Z

Friedrich Nietzsche, Die Geburt der Tragödie (Lektüre-Seminar in deutscher Sprache)

 

Nietzsches philosophische Erstlingsschrift von 1872 wurde vor allem durch ihre Unterscheidung der beiden „Kunsttriebe“ des Apollinischen und des Dionysischen berühmt. Das Apollinische („die Kunst des Bildners“) wird charakterisiert als die Welt des Traumes und des schönen Scheins, das Dionysische („die unbildliche Kunst der Musik“) als der Rausch des Ur-Einen. Dessen alles verschlingendes Chaos des Werdens bedeutet aber zugleich ein Leiden, aus dem nur das heitere Scheinen des Apollinischen zu erlösen vermag. Beide Triebe bestehen in der Kunst „zumeist im offenen Zwiespalt“ nebeneinander her, bis sie endlich „mit einander gepaart“ das gleichermaßen dionysische wie apollinische Kunstwerk der attischen Tragödie hervorbringen. Der Text wird den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.