A.     Kants Analytik des Erhabenen.

Das Erhabene stellt zusammen mit dem Schönen Kant zufolge ein Grundphänomen unserer ästhetischen Welteinstellung dar. Kant untersucht dieses Phänomen sowohl mit Bezug auf die Kunst, hier insbesondere mit Bezug auf die Architektur, als auch mit Bezug auf die Natur. Dem entspricht auch die zentrale Unterscheidung der Analytik des Erhabenen, nämlich die des mathematisch und des dynamisch Erhabenen. Im Unterschied zur Analytik des Schönen konzentriert sich Kants Analyse jedoch nicht so sehr auf die Auslegung der Geschmacksurteile, sondern vielmehr auf das ästhetisch erfahrende Bewusstsein und seine Struktur, wobei erst hier in der Kritik der Urteilskraft der Vernunftbegriff des Unendlichen zum Wort kommt. Es ist auch darauf hinzuweisen, dass es insbesondere der von Kant herausgearbeitete Begriff des Erhabenen war, der die Ästhetik des 19. und 20. Jhs. geprägt hat. Im Seminar soll der Begriff des Erhabenen und seine Implikationen untersucht werden.      

 

Literatur:

I. Kant, Kritik der Urteilskraft, hrsg. v. H. F. Klemme, Hamburg: Meiner 2001 Materialien zu Kants „Kritik der Urteilskraft“, hrsg. v. J. Kulenkampf, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1974,