Die Vorlesung widmet sich dem Problem einer Historisierbarkeit von Wissen. Die Hegelsche Philosophie eröffnete die Möglichkeit, den Erwerb von Wissen als einen geschichtlichen Vorgang zu denken. Das nachhegelsche 19. Jahrhundert entwarf jedoch nicht nur Theorien über die Bildung von Wissen, sondern auch über kulturelle (Dilthey) soziale (Marx), biologi-sche (Darwin) und moralische Prozesse (Nietzsche), in denen die Entfaltung von theoreti-schem Wissen nur Teil einer Gesamtentwicklung ist. Das 20. Jahrhundert setzte dies fort, in-dem nun verstärkt die Wandlung des wissenschaftlichen Wissens selbst reflektiert wurde (Husserl, Scheler, Thomas S. Kuhn, Foucault). In der Vorlesung werden Fragen wie diese zu behandeln sein: Gibt es miteinander konvergierende Muster in all diesen Theorien? Wie ver-halten sich Theorien des Genetischen zu der Möglichkeit ihrer eigenen Wandelbarkeit? Wie werden überlieferte Konzepte des Teleologischen modifiziert? Die Vorlesung wird auch neu-este Konzepte wie diejenigen von Wilhelm Voßkamp (Geisteswissenschaft) und Olaf Breid-bach (Naturwissenschaft) berücksichtigen. Samstag Vormittag, 10:00-13:00, am: 19. und 26. März, 9. und 16. April, 14. und 21. Mai 2011.