3. Výbìrový semináø (v nìmèinì) Name: Fichtes Intersubjektivitätstheorie Beschreibung: Es ist heute nicht nur in der Fichte-Forschung, sondern auch von den Philosophen, die sich mit dem Problem der Intersubjektivität allgemein auseinandersetzen (z.B. Axel Honneth), weitgehend anerkannt, daß Fichte sich als erster in der Geschichte der Philosophie die Frage nach den Bedingungen des Zustandekommens der wechselseitigen Anerkennung von zwei selbstbewußten Entitäten vorgelegt hatte. Diese Fragestellung entwickelte Fichte u.a. in den ersten vier Paragraphen seiner Grundlage des Naturrechts nach den Prinzipien der Wissenschaftslehre aus den Jahren 1796/97. Hier versuchte Fichte im einzelnen nachzuweisen, daß meine Anerkennung des Selbstbewußtseins des Anderen eine unerläßliche Bedingung meines eigenen Selbstbewußtseins darstellt. Mit anderen Worten: Fichte arbeitete ein transzendental zu bezeichnendes Argument heraus, das mein personales Selbstbewußtsein von der Anerkennung des personalen Selbstbewußtseins einer anderen vernünftigen Entität abhängig macht. Es ist die Absicht des Seminars, dieses Argument zunächst zu rekonstruieren und dann auch zu kommentieren und zu interpretieren. Literatur: a) J. G. Fichte, Grundlage des Naturrechts nach den Prinzipien der Wissenschaftslehre, vyd. M. Zahn, Hamburg: Meiner, 3. Nachdruck 1996. b) E. Düsing, Intersubjektivität und Selbstbewußtsein. Behavioristische, phänomenologische und idealistische Begründungstheorien bei Mead, Schütz, Fichte und Hegel, Köln 1986. c) Johann Gottlieb Fichte: Grundlage des Naturrechts, vyd. J.-Ch. Merle, Klassiker Auslegen, sv. 24, Berlin: Akademie Verlag 2001.